• für die älteren Bewohner im benachbarten Sylvesterstift, um die wir uns zeitweise sehr viele Sorgen machten,
  • für Menschen, die in dieser Zeit ins Krankenhaus mussten und keinen Besuch empfangen durften,
  • für unsere Kita Kinder, denen das gemeinsame Spiel jetzt schon seit 8 Wochen vorenthalten ist,
  • für unsere Konfirmanden, denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt,
  • für meine Freunde in Indien, die unter den Bedingungen bitterer Armut dieselben Einschränkungen erlebten wie wir in Deutschland.

Auch viel persönliche Trauer mischte sich in diese Gebete.

Die Abstandsregeln und Schließungen in der Corona Zeit haben uns allen in den vergangenen Wochen viel abgefordert in Quakenbrück, in Europa und weltweit.

Dass sie nötig sind und nötig waren, steht für mich außer Frage.

Ich bin dankbar, dass wir bisher durch kluge und besonnene Politik durch diese Zeit geführt wurden.

Allerdings gibt es so viel, das ich sehnlichst vermisse:

  • das Zusammenkommen in Chören und Gemeindegruppen,
  • das gemeinsame Lernen mit unseren Konfirmanden,
  • das lebendige Leben in der St.-Sylvester -Kita,
  • der Gang ins benachbarte Sylvesterstift,
  • das gemeinsame Singen im Gottesdienst,
  • das unbeschwerte Aufeinander zugehen
  • das gemeinsame Feiern

Wenigstens Gottesdienste dürfen wir seit dem 10. Mai wieder feiern. Das geht erstaunlich gut. Die St.-Sylvester-Kirche fasst nach der neuesten Hygieneverordnung 60 Sitzplätze und wenn man den Chorraum dazu nimmt, sogar 80. Vorsichtig kommen die Gottesdienstbesucher zurück. Manche werden noch länger auf die Zusammenkunft im Gottesdienst verzichten. Auch das ist in Ordnung.

Ob es Gottesdienste zum Schuljahrsende und zum Schuljahrsanfang geben soll, wurde noch gar nicht diskutiert. Genauso wenig ist klar, ob die Kita-Kinder mit einem Segnungsfest in die Schule verabschiedet werden. Unklar ist, wie es nach den Sommerferien weitergeht.  Alle Planung und viele Termine hier im Blickpunkt stehen unter Vorbehalt. Wir müssen immer wieder abwägen und neu entscheiden, was verantwortbar ist und was wir besser lassen sollten.

Manches haben wir abgesagt: Das St.-Sylvester Geburtstagsfest am 26. Mai, das Sommer-Zeltlager in Hahlen und alle Chor-Konzerte dieses Jahres.

Manches haben wir verschoben: die Konfirmation auf den 6. September, die diamantene Konfirmation auf den 27. September,

Unklar ist, ob das Brockhaus Open Air am 28. August an den Start gehen kann. Unklar ist, ob das große Konfirmanden-Camp im Oktober so stattfinden kann wie geplant.

Das entscheiden wir, wenn wir mehr darüber wissen, wohin die aktuellen Entwicklungen gehen.

Die Coronazeit, die ja noch nicht vorüber ist, wird die Art, wie wir zusammenleben, dauerhaft verändern. Manches, was wir bisher für unerlässlich hielten, wird an Bedeutung verlieren. Anderes gewinnt an Kraft.

Ich wünsche mir, dass wir uns dabei immer wieder von Gott berühren lassen, dass wir Gemeinschaft suchen und dass wir uns umeinander kümmern.

Das wünsche ich mir für mich für unsere Kirchengemeinde, für diese Stadt, für Europa und für die Welt.

Wir hoffen, dass Ihnen dieser „Blickpunkt“ gefällt. Die nächste Ausgabe kommt ab 02./03.September zu Ihnen ins Haus. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung. Auch Verbesserungsvorschläge nehmen wir gerne an.

Viele Quakenbrücker Geschäftsleute haben bei uns Anzeigen geschaltet. Dafür sind wir dankbar. Denn die Anzeigeneinnahmen machen für die Kirchengemeinde den Druck erst erschwinglich. Noch größer ist unser Dank an die fast 60 Helferinnen und Helfer, die den "Blickpunkt" auch jetzt in der Coronazeit ehrenamtlich in die Quakenbrücker Haushalte verteilen.

Bleiben Sie behütet!

Ihr

Pastor Wolfgang Thon-Breuker